Journey into Film

Grüezi miteinander!

Nachdem ich im letzten Jahr im Oktober in meiner Ausbildung zum Kommunikationsdesigner das Thema analoge Fotografie hatte, ist mir dieses Thema immer im Kopf herumgeschwirrt. So kam es vom einen zum Anderen und ich befasse mich damit.

Jetzt stellen du dir sicher die Frage: “Was soll der digitale Bub mit der analogen Kamera?” Ganz einfach: Weiterentwickeln :) - Wieso nicht einfach das analoge Feeling ins Digitale mitnehmen und verändern?

So hab ich mir das durch den Kopf gehen lassen und habe es für mich auch gleich umgesetzt. Aber wo fangt man denn an? Als 90er Kind natürlich im Internet!

Zuerst einmal musste eine gescheite Kamera her. Vollformat hab ich schon, also muss was im Mittelformat her, denn: So günstig kann ich wohl keine Mittelformatkamera kaufen. :) So sei dies und ich habe auf Ebay eine wirklich tolle Mamiya 645 Super mit 80er 2.8 Objektiv gefunden.

Mamiya 645 Super

Mamiya 645 Super

Kamera besorgt, aber irgendwas fehlt nocht…. Ach ja, Filme!

Gesagt getan werden Filme bestehlt: Kodak Ektar, Portra, Tri-x, Illford Delta, HP5 XP2. Eine breite Auswahl da ich keine Ahnung hab wie was aussieht und ja, ich entwickle die selber. D.h. hinterher auch gleich noch einen Wechselsack, Entwicklungsdose und natürlich Chemikalien.

Alles zuhause aber nun stellst du dir sicher die Frage: “Alles schön und gut, aber das hab ich vor 30 Jahren auch schon gemacht.” Ja, das ist richtig. Ich versuche jedoch die Filme zu digitalisieren! Aber wie soll das gehen?

Zuerst einmal musste ich mich schlau machen, was überhaupt einen Film wie Porta 400 ausmacht. Nachdem ich mich schon längst im World Wide Web verirrt hatte kam ich zum Entschluss, dass Filme im Prinzip nicht weit weg von einem digitalen Farblook sind. Ok, ja. Es ist vielleicht ein bisschen sehr stark vereinfacht, aber für mein Vorhaben reicht das völlig ;)

Für mich heisste das ich arbeite via Colorchecker und machte so jeweils von meiner Canon 5d mk4 ein Bild des Colorcheckers und jeweils mit der Mamiya und einem Film ein Bild. Natürlich mit den selben Einstellungen, sodass ich beide im Capture One vergleichen konnte.

Ach ja, scannen… Scannen ist so eine Sache. Ein weiterer Schritt der wieder gelernt sei. Ich arbeite jedenfalls mit einem Epson V600.

Nun ab ins Capture One. Die Files sehen dann etwa so aus:

Links ist das File der Canon zu sehen, rechts das entwickelte und gescannte Negative vom Portra 400. Wie du siehts unterscheiden sich die Farben stark voneinander.

Nächster Schritt: Anpassen des digitalen Bildes, sodass dieses dem Negative entspricht.

Einfacher gesagt als getan, denn Film verhält sich in verschiedenen Lichtsituationen völlig anders als der Sensor einer digitalen Kamera. Nach längerem herumexperimentieren bin ich jetzt zufrieden mit den entstandene Presets im Capture One. Ich nenne das ganze jedoch nicht explizit Portra sondern Portra Evo, da diese noch meinen Stil dazubekommen haben.

Das ganze Projekt beinhaltet nun folgende Presets:

  • Ektar Evo -1

  • Ektar Evo 0

  • Ektar Evo +1

  • Portra Evo -1

  • Portra Evo 0

  • Portra Evo +1

  • Portra Evo Deep Green

  • Portra Evo Push 2

  • Tri-X Evo

  • XP2 Evo

Zum Schluss noch einige Before & Afters mit den Presets. Viel Spass und bis zum nächsten Mal :)

Cedric

Ektar Evo 0

Portra Evo 0

Tri-X Evo