Making Of: Red Queen / A250 S

Hello!

Heute gibt's das Making Of zum Red Queen Shot! Fotografiere ich Autos, scoute ich dementsprechend zuerst die Locations, an denen ich diese fotografieren möchte. Das hat einfach damit zu tun, dass Autos in der Regel eher schwierig zu fotografieren sind. Zudem erstelle ich mir ein Konzept/Thema passend zum Auto.

Also erzähle ich doch gleich was übers Konzept vom Red Queen Shot:

Wär sich die Bilder mal etwas genauer anschaut, oder weiss wie das Auto im "Normalzustand" aussieht, der weiss, dass viele kleine, rote Akzente im und am Auto vorhanden sind. Daher war es von Anfang an meine Idee den Mercedes in einem roten Hintergrund zu platzieren. Gut. Aber wo gibt es ein rotes Gebäude? Ich kenne im Moment keines. Darum war es für mich oberste Priorität einen Hintergrund zu finden, welcher von seiner Farbe lebt.

Aus diesem Grund bot sich die Garagenanlage der Postautos in Laufen ideal an. Einziges Problem: Die Garagenanlage ist Gelb und nicht Rot. Was nun? Kein Problem: Wer mich ein Wenig kennt, der weiss, dass ich liebend gerne in Photoshop Sachen ausprobiere und zusammenfüge. Oder wie hier, einfach mal die Farbe von Gelb nach Rot wechseln.

So weit so gut. Die Frage nach der Tageszeit erübrigte sich relativ schnell. Der Mercedes ist schwarz, d.h. er reflektiert alles. Um dieses Problem zu eliminieren bieten sich 2 Lösungsansätze an: Entweder ich fotografiere gegen Abend auf einem offenen Gelände, damit sich die Reflektionen relativ sauber halten, oder ich fotografiere Nachts und arbeite mit Dauerlicht und "male" so die Reflektionen gewollt wieder zurück aufs Auto.

Da offensichtlich die Garage kein offenes Gelände ist, kam nur die 2te Variante in Frage.

 

Komme ich nun zum eigentlichen Fotografieren:

Wenn ich oder allg. jeder Fotograf ein Auto mit Dauerlicht beleuchtet, sollte immer folgender Gedanke im Hinterkopf behalten werden:

Beleuchtet wird das Auto nicht, damit es beleuchtet ist, sondern um seine Formen und Konturen hervorzuheben.

Schliesslich haben sich die Designer des Autos auch etwas überlegt. Zudem ist es wichtig, das Auto nicht nur mit dem Dauerlicht zu beleuchten, sondern auch Umgebungslicht mit einzubeziehen. Hier ist das nur das Licht von Oben und die dadurch entstehenden Reflektionen auf Windschutzscheibe und Motorhaube. Würde das Auto von allen Seiten beleuchtet, verliert es den Bezug zur Hintergrund.

Ich habe mal versucht das in den untenstehenden Bilder zu verdeutlichen:

Das hier ist übrigens ein Bild von der Mercedes Website. http://www.mercedes-benz.ch/content/switzerland/mpc/mpc_switzerland_website/de/home_mpc/passengercars/home/new_cars/models/a-class/w176/facts_/design.html

Um die Konturen/Formen optimal hervorzuheben ist es notwendig mehrere Bilder/Beleuchtungen zu machen. Es ist schlichtweg nicht möglich alle Formen zu beleuchten und dann noch saubere Reflektionen zu erhalten. Für das folgende Bild habe ich 6 Einzelbilder benötigt:

Ins detaillierte Zusammenbauen der Einzelbilder werden nicht genauer eingehen, das es sich nur um einfaches maskieren handelt. Ich habe noch zum Schluss ein kleines Video, dass die Einzelschritte zeigt:

Die beiden fertigen Bilder sehen in der Kombination so aus:

Für beide Bilder habe ich jeweils ca. 2 Stunden in Photoshop gebraucht, bis ich jeweils die einzelnen Bilder so zusammengefügt hatte, wie ich wollte.

Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden.

Cédric