Photoshop Retouch Nr.4: Milchstrasse bearbeiten

Hello

Milchstrasse in Photoshop bearbeiten. Ich zeige dir hier (m)einen Weg, die Milchstrasse zu bearbeiten und hervorzuheben.

Gleich zu Beginn: Ja die Milchstrasse ist so, wie man sie von Bildern kennt, nicht zu sehen. Auch nicht in den Bergen. Das liegt einfach daran, dass unsere Augen nicht für Nacht-, sondern für Farbsehen gemacht sind.

Also: hier das aus Lightroom exportierte, grundbearbeitete Bild: Was hab ich gemacht: Lichter runter, Tiefen hoch und bei Schwarz und Weiss wieder Kontrast reingebracht. Sonst nichts.

Als erstes gibt's bei mir immer eine Gradiationskurve: Dort kann ich mit dem "Handtool" Farbwerte direkt aus dem Bild auswählen, sprich ich kann einen dunklen und einen hellen Punkt auswählen:

Hab ich die beiden Punkte gefunden, wird über diese eine mittlere S-Kurve gemacht. Diese verstärkt die hellen/dunkel Teile der Milchstrasse => Kontrast. Das Ganze maskiere ich dann nach Bedarf, sodass nur die Milchstrasse leicht bearbeitet wird.

Aufzupassen ist bei Lichtverschmutzung: Hier zu sehen als gelblicher Saum im Horizontbereich. Durch diese S-Kurve wird auch diese verstärkt. Darum vorallem in diesem Bereich gut maskieren.

Mein nächster Schritt ist eine Korrektur des Weissabgleiches mit der Farbbalance:

Der Weissabgleich ist nicht zu unterschätzen. Ein gelblicher Weissabgleich lässt den Himmel und die Milchstrasse dreckig aussehen. Durch einen eher bläulicher Weissabgleich hingegen ist die Milchstrasse von der Lichtverschmutzung besser abzutrennen und gibt dem Bild ein sauberes Gefühl.

Im nächsten Schritt helle ich die Mitteltöne/Lichter auf. Das gibt dem Bild noch den gewissen Kick um die Milchstrasse strahlen zu lassen:

Ist mir nach diesen Schritten die Lichtverschmutzung zu dominant, entsättige ich die Gelbtöne im Horizontbereich mit einer Farbauswahl. Dies Funktioniert genau gleicht wie beim Einfärben von Dingen (siehe Photoshop Retouch Nr.3). Danach sieht es folgendermassen aus:

Mit einer Tonwertkorrektur schiebe ich den Schwarzpunkt sowie den Weisspunkt näher zusammen. Das hat zur Folge, dass mein Farbspektrum zusammengedrückt wird und mir gesamthaft mehr Kontrast gibt.

Das wär's dann auch schon mit meiner Bearbeitung gewesen. Was ich je nach bedarf noch mache sind folgende 2 Punkte:

1. Farblook geben

2. Vordergrund aufhellen

So einfach sind Sternenbilder zu bearbeiten. Viel wichtiger als das Nachbearbeiten sind jedoch Standort und Einstellungen. Je weniger Lichtverschmutzung, desto weniger Post-Production. Ich verwende übrigens für meine Bilder immer die gleichen Einstellungen:

20s Verschlusszeit / ISO 3200-4000 / f/2.8

Achtung: Die Verschlusszeit variiert je nach Brennweite: Eine gängige Berechnung, um Startrails zu vermeiden, lautet wie folgt: 500/Brennweite in mm = Verschlusszeit. Bei meiner 16mm Brennweite ergibt sich somit eine Verschlusszeit von 31.25. Also bin ich mit 20s deutlich unter der "Verwischungszone".

Cédric